Posts mit dem Label Trans werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Trans werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 15. September 2016

Blogs & VLogs

Heute geht es mal nicht direkt um mich, sondern um Blogs und VLogs.

Ich bin ja nun schon etwas älter und ich denke, dass es junge transidente Menschen heute oft leichter haben (zum Glück), weil sie sich über das Internet austauschen können.
Ich persönlich finde Blogs und Videos schon wichtig, weil sie mich auf meinem Weg durch Erfahrungsberichte und pure Information unterstützen.

All-Time Favourites
Deshalb finde ich auch altmodische Blogs mit einer Blogroll so schön (ich mag sie am liebsten chronologisch).
Über die Jahre habe ich im Internet unzählige Webseiten, Videos und Blogs gelesen.
Einige der Blogs, die mir besonders geholfen haben, sind bei mir sozusagen "All-Time-Favourites" und bleiben auch Jahre nach dem letzten Post noch in meiner Blogroll.

Zu Diana, Svenja, Andrea und Ellen (denen ich hier mal wirklich "Danke" sagen möchte) gesellt sich nun Stephi, die es quasi "aus dem Stand" zu meinen Favoriten geschafft hat. Sie betreibt ein Blog und einen YouTube-Kanal und sie gibt sich wirklich sehr viel Mühe dabei. Ihre Beiträge sind immer sehr interessant und gut aufbereitet - Danke Stephi.

Deshalb empfehle ich euch einen Besuch ihres YouTube-Kanals unter:

https://www.youtube.com/channel/UCWSeAClFZaw1fOaz3iE2uPA/featured


Ihr Blog ist habe ich frisch in meine Blogroll aufgenommen.

Vielleicht gefallen euch ja ihre Beiträge so gut wie mir.


Der Weg ist das Ziel...

Aber was passiert nach dem Ziel? in vielen Blogs und Videos geht es um die laufende Transition.

Vorgeschichte, Selbsterkenntnis, SHG, Outing, Therapie, OP und der Alltag in dieser Phase werden oft ausführlich beschrieben. Mit der GaOP ist ein Ziel erreicht und damit enden auch oft Blogs und Videokanäle.


Das finde ich schade, weil doch gerade das Leben nach dem Etappenziel GaOP erst anfängt und hoffentlich eine viel längere "Phase" darstellt, als der vergleichsweise kurze Weg der Transition.

Mir ist vollkommen klar, dass das Ziel Normalität und Ruhe ist (auch meines) aber ein "Nach-Trans* Blog" hätte schon seine Reize.


Erfahrungen, Beziehungen, Veränderungen, Gefühle, Alltag, es gäbe soviele Themen. Aber mal sehen, wie ich in 1-2 Jahren darüber denke, oder ob dieses Blog auch mal beendet wird, weil ich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich immer sein wollte.


Bis dahin gibt es aber wohl noch einige Posts (der heutige kommt aus Nürnberg-Johannis und wieder kein Starbucks).


Alles Gute.


Birgit

Donnerstag, 8. September 2016

Schritte...

In den letzten Wochen musste ich größtenteils unfreiwillig eine kurze Rast auf meinem Weg einlegen.
Denn auch Ärzte brauchen mal Urlaub und dann verschieben sich einige Dinge eben nach hinten.
Trotzdem kann ich mich nicht beklagen und war auch nicht vollkommen zur Untätigkeit verdammt, weil Logopädie und Alltagstest ja unvermindert weiterlaufen.

Erkenntnisse und Erfolge
Für mich ist es nach über dreißig Jahren Leidensweg nicht so ganz einfach meine neuen Freiheiten zu genießen. Mir schießt da das Bild eines Kettenhundes durch den Kopf, der nach sehr langer Zeit seine Kette loswird und den Zwinger verlassen darf.

"... nun werd' doch mal locker!"
Zum Glück habe ich einige liebe Freundinnen, die mich auf meinem Weg unterstützen.
Dabei haben wir es nicht leicht. Ich bin oft noch verkrampft und ängstlich, weil viele Erlebnisse und Gefühle für mich einfach neu sind und mich regelrecht überfluten. Dann würde ich am liebsten für einen Augenblick die Zeit anhalten, um zu analysieren, zu bewerten und nachzudenken.

Das geht natürlich nicht und so prasseln die ganzen Eindrücke und Informationen wie ein Hagelschauer auf mich nieder und Einzelheiten fallen mir erst Tage später auf bzw. ein.
Es gibt soviel zu lernen, zu begreifen und zu verarbeiten und ich genieße es trotz des hohen Tempos.

Mittlerweile fühle ich, wie ich mich in klitzekleinen Schritten entspanne und langsam öffne. Das ist etwas vollkommen neues für mich und es fühlt sich wunderbar an.
Das hat nichts mit Kleidern, Schuhen und Pronomen zu tun, sondern mit meinem Wesen.
Ich kann mich langsam auf Menschen und Dinge einlassen - ein großer Erfolg für mich.

Anhörung
Diese Woche hatte ich auch meine Anhörung vor dem Nürnberger Amtsgericht und ich war schon Tage vorher furchtbar aufgeregt, weil ich bisher nie ein Gericht von Innen erlebt habe.
Der Richter war aber sehr nett und lobte meine eingereichten Unterlagen.
Nachdem er den Verfahrenswert festgesetzt hatte, bestimmte er noch zwei Gutachter aus meiner näheren Umgebung, so dass ich nicht weit zu fahren brauche.
Nach ca. dreissig Minuten verließ ich dann auch sichtlich entspannter das Gerichtsgebäude und hatte wieder einen Schritt auf meinem Weg getan.

Termine
In den nächsten Wochen folgt ein Termin dem anderen, so dass ich auch wieder mehr zu berichten haben werde.
Bis dahin genieße ich die Zeit mit einem fatalen Abendessen und freue mich schon auf das diesjährige Burggrabenfest, welches ich ganz bestimmt nicht versäumen werde.

Alles wird gut - entspannt euch...

Liebe Grüße

Birgit


Montag, 8. August 2016

Antrag zur Vornamens-, und Personenstandsänderung

Es ist vollbracht...
Nachdem ich die letzten Wochenenden größtenteils damit verbracht habe, an meinen Unterlagen für das Amtsgericht zu arbeiten, habe ich heute den Antrag zur Vornamens-, und Personenstandsänderung an mein zuständiges Amtsgericht abgeschickt.

Der nächste große Schritt
Für mich persönlich ist das ja nach dem ersten Besuch einer Selbsthilfegruppe und nach dem Psychologen der nächste große Schritt.
Ich habe wirklich sehr lange überlegt. Schließlich ist das auch ein endgültiger Schritt. Den Vornamen lassen ja schon nicht viele Menschen ändern - aber den Personenstand, das ist schon etwas Besonderes.
Aber wenn ich meinem Gefühl folge, kann ich einfach nicht anders. Ich will es.

Was alles im Kuvert war
Ich will hier kurz nochmals aufschreiben, was ich alles in den Umschlag gesteckt habe. Ich weiß, das kann man natürlich auch in dem tollen Ratgeber von Liisa beim Trans-Ident e.V. oder in Ellen's Blog nachlesen, aber vielleicht stolpert ja jemand über meinen Post, der beides noch nicht kennt. Dann bekommt er hier die Kurzfassung und die Links für die Detailinfos sind ja auch dabei.


Ich packe also mein Kuvert und ich nehme mit:
  • Anschreiben (Dank Trans-Ident e. V. für Nürnberg ganz einfach)
  • Kopie vom Personalausweis
  • Kopie des dtgi-Ergänzungsausweises
  • eine beglaubigte Ablichtung meiner Geburtsurkunde (vom Standesamt)
  • einen transsexuellen Lebenslauf (der dicke Brocken)
Der dicke Brocken lässt sich mit einigen Fotos noch etwas aufhübschen. Schließlich will ich ja verstanden werden.

Die Sache mit den Gutachtern
Wie wir ja alle wissen, darf man dem Gericht Gutachter vorschlagen. Ich habe zwei gewählt, die ich zwar kenne, bei denen ich aber noch nicht in Behandlung war. Jetzt hoffe ich, dass der Richter meinem Vorschlag folgt (was er nicht muss) und dass mich die Kosten für das Verfahren nicht arm machen.

Warten und Tee... Moment!
Jetzt sitze ich also hier und warte auf liebe Post vom Gericht. Leider ist es bereits nach 21 Uhr und ich schreibe deshalb mal nicht aus einem Starbucks und habe auch weder Kaffee noch Tee.
Aber ich hoffe, der Post gefällt euch trotzdem.

Liebe Grüße

Birgit
(Die bald Brief und Siegel hat) 
 

Samstag, 2. Juli 2016

Logopädie...

In dieser Woche hatte ich einen ersten Termin bei meiner Logopädin.
Ich war ja schon sehr gespannt, was auf mich zukommt und ob es wirklich eine Möglichkeit gibt, die Stimme zu verändern.

Sie hat mich positiv überrascht. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es so anstrengend wird.
Die an sich eher simpel anmutenden Übungen verlangen meinen untrainierten Stimmbändern doch einiges ab.

Die erste Erkenntnis: Ich weiß jetzt ganz genau, wo meine Stimmbänder sind, weil ich sie jetzt fühle (Aua). Deshalb vorsichtig sein und nicht übertreiben.

Bad Voice Days
Es gibt sie - die "bad hair days". Das weiß jede Frau.
Aber nun weiß ich, dass es auch bad voice days gibt. Ich mache also täglich meine Übungen und meist geht es ganz gut und ich krächze nicht wie eine Krähe.
Zwischendurch gibt es aber Tage, da macht man vermeintlich alles richtig und trotzdem kommt nur ein Gekrächze raus. Kann schon mal vorkommen. Einfach drüberstehen und weiterüben.

Stress...
In der nächsten Woche habe ich eine ganze Menge Termine abzuarbeiten. Trans* kann schon stressig sein.

Deshalb trinke ich erstmal in Ruhe einen schönen, schwarzen Kaffee in einem meiner Lieblingscafes in der Innenstadt. Wegen dem Regen verzichte ich heute lieber auf das Südstadtfest und schalte vielleicht sogar mal den Fernseher ein, um unserer Mannschaft die Daumen zu drücken, obwohl ich wirklich kein Fan bin.

Aber vielleicht hilft es ja...

Grüße aus dem Cafe in dem die Pflanzen besser wachsen.

Birgit